Bogenbau

Der Baum, der Bogen und Ich

◼︎ BOGENBAU: DER BAUM ist seit jeher ein Begleiter des Menschen, als Heiligtum verehrt, als Heilmittel gebraucht und sein Holz nützlich und kunstvoll verarbeitet. Während der Arbeit am Bogen lernt man den Baum und sein Holz näher kennen. Die Besonderheiten, die der Baum in seinem Äußeren und Inneren verkörpert, finden sich in der einzigartigen Einheit des Bogens wieder.

◼︎ DER BOGEN Schon vor tausenden von Jahren wurde der Holzbogen von den Menschen eingesetzt. Und ein jeder kennt wohl aus seiner Kindheit die Faszination, die vom Bau und dem Abschießen eines »Flitzebogens« ausgeht: die Anspannung des Bogens, der die Kraft der Muskeln speichert, und dann das Auslösen, bei dem die ganze Energie in einem einzigen Augenblick auf ein Ziel zugeht.
Die Bogenbau-Kurse sind für jeden geeignet der Freude am Holz hat oder diese entdecken möchte. In unseren Bogenbau-Workshops entstehen traditionelle Langbögen. Als Bogenbau-Hölzer verwenden wir vorwiegend Esche, Robinie und Ulme.

◼︎ UND ICH Am Bogenbau fasziniert mich vor allem der Baum. Ich finde es immer wieder spannend ein Stück Holz mit Ästen und Windungen in den Händen zu halten, das so gar nicht wie ein Bogen aussieht. Wenn es sich dann unter meinen Händen wandelt, sich nach und nach biegen und zum Schluss schießen lässt, erfüllt mich dies immer wieder mit besonderer Zufriedenheit.
Gerhard Wiedemann

Bogenbau
Bogenbau
Langbogen

Reiterbogen

Osake Snakebow

Langbogen

Bogentypen

◼︎ Der Langbogen ist der ursprünglichste, aus einem Stück Holz angefertigte Bogen. Dieser wird heute auch aus unterschiedlichen Materiallien hergestellt. Er ist für den Bogenschießeinsteiger*in ideal geeignet, da er die Schießfehler der Schützen verzeiht und durch seine Länge einen angenehmes Auszugsverhalten hat.

 

◼︎ Der Rekurve Bogen Der Langbogen mit Recurven Wurfarmenden auch Reflexbogen oder Recurvebogen genannt, ist eine Weiterentwicklung des Langbogens. Die gebogenen Wurfarmenden, helfen dem Schützen, in dem er das Auszugsverhalten des Bogens homogener macht. Der Rekurve bewirkt jedoch auch, dass sich Ablassfehler des Schützen, leichter auf den Pfeil übertragen.

◼︎ Der Reiterbogen, wie der Name schon sagt, wurde für das Schießen vom Pferd konzipiert. Das heißt, dass der Bogen kurz sein sollte, um auf dem Pferd durch den Bogen möglichst wenig behindert zu werden. Der ursprüngliche Reiterbogen besteht aus Horn, Holz und Sehne. Diese Materialien wurden mit Hautleim verbunden. Durch diese Materialkomposition, konnte der Bogen extrem kurz gebaut werden. Dieser Bogen kann einen schnellen Pfeil schießen. Dabei helfen die extrem gebogenen Wurfarmenden als Hebel, um den Bogen spannen zu können. Dieser Bogen verzeiht keinen Ablassfehler (Fehler beim loslassen der Sehne), da sich die Schwingung der Sehne, durch die gebogenen Wurfarme mehr auf den Pfeil überträgt.

◼︎ Gemeinsamkeiten und Voraussetzung für das Zen-Bogenschießen Alle drei Bogentypen sind sogenannte Blankbögen. Sie besitzen keine Pfeilauflage oder Hilfsvorrichtungen für das Bogenschießen. Der Bogen kann dadurch beidseitig geschossen werden. Wärend des Schussvorgangs hat der Schütze mit beiden Händen Kontakt zum Pfeil. Der Kreislauf Schütze-Bogen-Pfeil ist dadurch geschlossen. Im Gegensatz dazu hat der industriell gefertigte Recurvebogen, immer ein Bogenauge und ist daher nicht für das Rechts- und Linksschiessen geeignet.

 

Als besonderes Special: Bauanleitung für einen Rattanbogen.

Mein Zenfreund Gerhard Wiedemann

Gerhard Wiedemann Bogenbauer
Gerhard Wiedemann

◼︎ Durch die achtsame Bearbeitung des Holzes, den Baum darin kennen lernen, seine Kraft entdecken, den Bogen schleifen und schließlich spannen. Seine Energie spüren und diese loslassen, das sind die wesentlichen Elemente die sich beim Bauen und Schießen miteinander verbinden.

 

Seit 2006 ist Gerhard Wiedemann Bogenbauer in Berlin.

Seit mehreren Jahren Zen Schüler bei Kurt KyuSei Österle.

Bogenwerkstatt